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EWIK-Newsletter Dezember 2016: "Klimawandel und Umwelterziehung"

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Liebe Leser/-innen,

“Wandel” verbinden wir meist mit positiven Assoziationen: Die einen wünschen sich eine große Transformation, die anderen berichten lächelnd von ihrem Lebenswandel und die Kinder von nebenan haben sich zu Karneval/Fasching mal wieder in Dinosaurier und Clowns verwandelt.

Anders verhält es sich leider mit dem Klimawandel: Es erscheinen Bilder von ins Meer stürzenden Eismassen, untergehenden Inseln und schweren Unwetterkatastrophen vor dem inneren Auge. Da richten wir den Blick doch lieber schnell auf den reich gedeckten Frühstückstisch vor uns. Dort warten der mittelalte Gouda unter Klarsichtfolie, leuchtende rote Tomaten aus Spanien sowie das Bio-Brot aus dem Supermarkt auf uns. Gerade wollen wir es uns schmecken lassen, da reißt uns unsere junge Tischnachbarin aus den Gedanken. Sie schwenkt einen Joghurtbecher aus Plastik und verzieht das Gesicht: “Warum kaufen wir den Joghurt nicht in Gläsern, die danach wiederverwendet werden können?“ Noch bevor wir erwidern können greift sie sich eine Erdbeere und schiebt nach: „Und überhaupt: Können wir nicht Obst einkaufen, das gerade Saison hat? Erdbeeren schmecken doch im Sommer eh viel besser als jetzt und sind dann ja auch viel billiger!“

Tja, wer „umwelterzieht“ hier gerade wen? Die kommenden Generationen werden diejenigen sein, die den Klimawandel am deutlichsten spüren werden – hier bei uns und in anderen Teilen der Welt. Kein Wunder also, dass insbesondere die junge Generation sich dafür interessiert, wie die Welt der Zukunft aussehen wird. Ihren Wissensdurst stillen sie dabei auch mit Unterstützung von passenden Bildungsangeboten wie dem „Klimafrühstück“. Dort erkunden sie mit Unterstützung von Pädagog*innen, was unser Essen mit dem Klimawandel zu tun hat. Außerdem entwickeln sie Ideen, wie sie ganz konkret in ihrem Alltag umweltfreundlicher handeln können. Dazu gehört auch das Gespräch mit ihren Freund*innen und Familienangehörigen zu suchen und sich politisch für einen Wandel auf den Frühstückstischen einzusetzen.

„Wenn wir weiter so viel konsumieren ohne nachzudenken haben wir eigentlich keinen Bock alt zu werden und in einer zerstörten Umwelt zu leben.“ Das schreiben die drei jungen Klimafrühstücksreferierenden Massimo, Luca und Levin in einer Pressemitteilung zum Erdüberlastungstag 2016. Wollen wir weiter in einer lebenswerten Welt für alle leben, so scheint ein Wandel in den Köpfen, Herzen und auf dem Frühstückstisch geboten. Sonst werden wir die Bilder von ins Meer stürzenden Eismassen, untergehenden Inseln und schweren Unwetterkatastrophen nicht mehr los.

Neben dem „Klimafrühstück“ gibt es noch unzählige weitere unterstützenswerte Bildungsangebote, Materialien, Aktionen und Veranstaltungen in den Bereichen Globales Lernen, Bildung für Nachhaltige Entwicklung und in der entwicklungspolitischen Bildung. Einige davon finden sich hier in diesem Newsletter.

Wir wünschen viel Spaß beim Stöbern und immer einen reich gedeckten, klimafreundlichen Frühstückstisch!

Chris Herrwig
Projektkoordination „Klimafrühstück“
Kontaktstelle für Umwelt und Entwickung e.V.  
EWIK-Mitglied