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EWIK-Newsletter Januar 2017: Geschlechterrollen und -perspektiven in der Einen Welt

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Liebe Leserinnen und Leser,

derzeit gehen 62 Millionen Mädchen weltweit nicht in die Schule. Diese Mädchen können ihr Recht auf Bildung nicht wahrnehmen. Grund dafür sind oft Armut und soziale Normen wie Kinder-, Früh- und Zwangsheirat. Frühe Schwangerschaften verhindern, dass Mädchen die Schule abschließen können. Aus Angst vor sexuellen Übergriffen auf dem Schulweg gehen Mädchen oft nicht mehr zu Schule, auch wenn es keine getrennten, abschließbaren Toiletten gibt.

In weiten Teilen der Welt haben Mädchen und Frauen einen geringeren sozialen Status, werden weniger wertgeschätzt als Jungen und Männer und können weniger über ihr Leben bestimmen. Armut basiert auf geschlechtsbedingter Ungerechtigkeit, Ausgrenzung und Benachteiligung. Ungleiche Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern, schädliche Normen und Stereotypen sowie die Diskriminierung von Mädchen und Frauen sind in vielen Gesellschaften tief verankert und werden weitestgehend toleriert. Traditionen, Kultur und Überzeugungen tragen erheblich dazu bei, diese Benachteiligung aufrechtzuerhalten.

Allerdings zahlen die Gesellschaften hierfür einen hohen Preis. Denn Mädchen und Frauen sind wichtige Motoren für die gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Entwicklung im Land. Studien haben gezeigt, dass die Förderung von Mädchen ein Schlüssel zur nachhaltigen Reduzierung von Armut ist. Mit der Anerkennung der Genderdimension von Armut können die eigentlichen Ursachen wirtschaftlicher und sozialer Ungerechtigkeit aufgedeckt und behoben werden.

In den Zielen für nachhaltige Entwicklung (Agenda 2030), deren Erreichung bis 2030 von der Staatengemeinschaft beschlossen wurde, ist die Verwirklichung der Menschenrechte, der Geschlechtergerechtigkeit und der Stärkung von Frauen und Mädchen ein zentrales Anliegen. Es ist das komplexe Zusammenspiel ungerechter Machtverhältnisse und diskriminierenden Verhaltens, das die größte Herausforderung für eine globale, nachhaltige und sozial verantwortliche Entwicklung ist.

Nicht zuletzt wegen der globalen Ausrichtung der Agenda 2030 lohnt sich auch der Blick auf die Situation in Deutschland. Haben wir bereits alle Entwicklungsziele mit Gender-Bezug erreicht? Und: Was können wir zur globalen Erreichung der Ziele beitragen? In diesem Newsletter finden Sie Anregungen und Unterrichtsmaterialien, die Sie und Ihre Schülerinnen und Schüler beim Erforschen dieser Fragen unterstützen.

Viel Spaß beim Lesen
Jens Raygrotzki, Entwicklungspolitische Bildung
Plan International Deutschland e. V.
EWIK-Mitglied