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Durch universellen Sekundarschulabschluss Armut weltweit halbieren. UNESCO-Bericht zum weltweiten Zugang zu Schulbildung veröffentlicht

Durch universellen Sekundarschulabschluss Armut weltweit halbieren. UNESCO-Bericht zum weltweiten Zugang zu Schulbildung veröffentlicht

23.06.2017
Quelle: 
Deutsche UNESCO-Kommission e.V.
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Ein neuer UNESCO-Bericht zeigt, dass die Anzahl der Menschen in Armut1 durch den Abschluss einer Sekundarschulbildung von allen Erwachsenen halbiert werden könnte. Gleichzeitig warnen die Autoren des Berichts “Weltweite Armut durch universelle Grund- und Sekundarschulbildung reduzieren”, dass die meisten Länder dieses Ziel nach aktuellen Prognosen nicht erreichen werden. Die Ergebnisse der Studie werden im Vorfeld des UN High Level Political Forum on Sustainable Development veröffentlicht, das vom 10. bis 19. Juli 2017 tagt.

Hätten alle Erwachsenen weltweit einen Sekundarschulabschluss2, könnten 420 Millionen Menschen der Armut entkommen. Das entspricht einer Reduzierung der Anzahl der Menschen in Armut um mehr als die Hälfte. In Subsahara-Afrika und Südasien würde ein Sekundarschulabschluss sogar zwei Dritteln der von Armut betroffenen Menschen helfen, dieser zu entkommen. Diese Prognosen basieren auf der Analyse neuer UNESCO-Daten und auf der Grundlage von durchschnittlichen Auswirkungen von Bildung auf Wachstum und Armutsreduzierung in Entwicklungsländern zwischen 1965 und 2010.

Studien zeigen, dass Bildung direkte und indirekte Auswirkungen auf wirtschaftliches Wachstum und die Armutsreduzierung hat. Sie ermöglicht Menschen nicht nur ihre Persönlichkeit zu entfalten, sondern vermittelt ihnen auch die für die Erwerbstätigkeit notwendigen Fähigkeiten. Trotz dieses Potenzials zeigen die neuen UNESCO-Daten, dass in den vergangenen Jahren die Anzahl der Kinder und Jugendlichen, die keine Schule besuchen, beständig hoch ist. Weltweit besuchen 9 Prozent aller Kinder im Grundschulalter keine Schule. In der unteren Sekundarschulbildung gilt dies sogar für 16 Prozent, in der oberen Sekundarschulbildung für 37 Prozent3. Mehr als 264 Millionen Kinder und Jugendliche hatten 2015 keinen Schulzugang.

Subsahara-Afrika verzeichnet von allen Weltregionen die höchsten Raten von Kindern und Jugendlichen aller Altersgruppen, die keine Schule besuchen. 57 Prozent der Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren und 36 Prozent derjenigen zwischen 12 und 14 Jahren besuchen keine Schule. 21 Prozent der Kinder zwischen 6 und 11 Jahren haben ebenfalls keinen Zugang zur Schule. Mehr als ein Drittel aller Kinder im Grundschulalter ohne Schulzugang leben in nur sechs Ländern: Äthiopien, Indien, Indonesien, Nigeria, Pakistan und Sudan.

61 Millionen Kinder im Grundschalter (6-11 Jahre) sind weltweit ohne Schulzugang. 17 Millionen Kinder im Grundschulalter, die nie eine Schule besucht haben, werden nach aktuellen Prognosen auch in Zukunft niemals eine Schule von innen sehen. Das gilt für eines von drei Kindern ohne Schulzugang in Subsahara-Afrika, Westasien und Nordafrika und für eines von vier Kindern in Zentral- und Südasien. Mädchen in armen Ländern sind weiterhin besonders benachteiligt. In Ländern mit niedrigen Einkommen sind mehr als 11 Millionen Mädchen im Grundschulalter ohne Schulzugang, während dies im Vergleich auf nur fast 9 Millionen Jungen zutrifft. Auf der positiven Seite: Mädchen, die eine Grundschulbildung aufnehmen, schließen diese tendenziell auch ab und setzen ihren Bildungsweg auf Ebene der Sekundarschulbildung fort.

Autoren des Berichts rufen Regierungen weltweit dazu auf, den Zugang zu und die Qualität von Bildung zu erhöhen.

Bildung ist ein Menschenrecht. Sie ist Schlüssel zu individueller und gesellschaftlicher Entwicklung und Voraussetzung für die Gestaltung nachhaltiger Entwicklung. Die Vereinten Nationen haben mit der Globalen Nachhaltigkeitsagenda auch ein Bildungsziel beschlossen: "Bis 2030 für alle Menschen inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung sicherstellen sowie Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen fördern". Die UNESCO koordiniert die Umsetzung dieses Ziels auf der internationalen Ebene und ist für das Monitoring verantwortlich.