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Ärmste Länder der Welt zeigen wo’s im Klimaschutz langgeht

Ärmste Länder der Welt zeigen wo’s im Klimaschutz langgeht

09.12.2016
Quelle: 
TransFair
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Die 22. UNO-Klimakonferenz in Marrakesch endet mit einem bedeutsamen Beschluss: 43 Staaten, die am meisten vom Klimawandel bedroht sind, gehen den Industrieländern mit vorbildlichem Beispiel voraus und wollen ihre Energieversorgung schnellstmöglich komplett auf erneuerbare Energien umstellen.

Die betroffenen Länder in Afrika, Asien, der Karibik und dem Südpazifik, die sich im Jahr 2009 im „Climate Vulnerable Forum" (CVF) zusammengeschlossen haben, wollen ihre nationalen Klimapläne bis 2020 dahingehend umschreiben. Damit verfolgen sie das mit Abstand ehrgeizigste Klimaziel weltweit, die globale Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen.

Appell an Industrieländer
Das ist auch ein Appell an Länder wie Deutschland, welches seinen Ausstoß von Treibhausgasen bis zum Jahr 2050 zwar um 80 bis 95 Prozent reduzieren will, das aber in keinem Klimaschutzgesetz festschreibt und keine verbindlichen Pläne für einen Kohleausstieg formuliert.

Allerdings hat Deutschland auf dem Klimagipfel in Marokko seine finanzielle Unterstützung für den Kampf gegen den Klimawandel in Ländern des globalen Südens um 50 Millionen Euro erhöht. Insgesamt sollen damit von deutscher Seite ab 2020 vier Milliarden Euro jährlich zur Verfügung stehen. Dies ist auch ein Beitrag zur Umsetzung des Pariser Klimavertrags aus 2015, der Anfang November in Kraft getreten ist. Darin haben sich über 190 Teilnehmerländer auf Entwicklungshilfe in Höhe von jährlich 100 Milliarden Dollar geeinigt, um die Folgen des Klimawandels zu mildern.

Von den Maßnahmen sollen alle Länder profitieren. Entwicklungsländer erhalten Technologie und Bildung, um die Energiewende umzusetzen sowie ihre Wirtschaft an die Folgen des Klimawandels anzupassen, Industrieländer erhalten neue Absatzmärkte indem sie moderne Technologie liefern.

Betroffene Länder nehmen ihr Schicksal in die eigene Hand
Fairtrade begrüßt die Pionierleistung des CVF, dem auch 21 Fairtrade-Produzentenländer angehören. Von Bangladesch bis Vietnam - Fairtrade ist selbst vor Ort aktiv, um Kleinbäuerinnen und -bauern beim Umgang mit den negativen Folgen des Klimawandels zu unterstützen.

Ereignisse wie Dürren, Starkregen, Wirbelstürme und Überschwemmungen nehmen zu. Viele Nutzpflanzen, wie beispielsweise Kakao und Kaffee, reagieren sensibel auf Temperaturänderungen. Weil die Landwirtschaft oft ihre einzige Lebensgrundlage darstellt, bedrohen Ernterückgänge oder gar Ausfälle unmittelbar die Existenz von Kleinbäuerinnen und -bauern.

Deshalb ist der Schutz vor den Auswirkungen des Klimawandels ein Arbeitsschwerpunkt von Fairtrade. Neben den Einnahmen durch den fairen Handel profitieren Produzentenkooperativen von Projekten und Initiativen, die Nachhaltigkeit und Umweltschutz fördern.

Fairtrade Klima-Standard
Um der globalen Verantwortung beim Klima gerecht zu werden, hat Fairtrade zudem einen eigenen Klima-Standard entwickelt. Der Fairtrade-Klima-Standard verbindet Fairtrade-Produzentenorganisationen und Gemeinden mit Unternehmen und Organisationen, die aktiv Maßnahmen gegen den Klimawandel ergreifen und soziale Verantwortung zeigen wollen.

Durch gezielte Klimaschutzprojekte im globalen Süden werden CO2-Emissionen reduziert, welche in Form von Zertifikaten, den Fairtrade Carbon Credits, gehandelt werden. Unternehmen im Norden können neben der Reduktion ihres CO2-Fußabdrucks, verbleibende Emissionen durch den Kauf von Fairtrade Carbon Credits kompensieren. Dies kann sowohl auf Ebene der gesamten Unternehmensemissionen erfolgen, als auch für die Herstellung von klimafreundlichen Produkten.